{"id":14,"date":"2007-01-23T14:38:39","date_gmt":"2007-01-23T13:38:39","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hong-yong.com\/?page_id=14"},"modified":"2007-01-23T18:17:30","modified_gmt":"2007-01-23T17:17:30","slug":"taekwondo","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.hong-yong.com\/?page_id=14","title":{"rendered":"Taekwondo"},"content":{"rendered":"<p><strong>Taekwondo<\/strong><\/p>\n<p><strong>Taekwondo <\/strong>(auch Tae-Kwon-Do oder Taekwon-Do) ist ein koreanischer Kampfsport und steht f\u00fcr Fu\u00df (Tae), Faust (Kwon) und Weg (Do, hier ist der Weg des Geistes gemeint). Obwohl Taekwondo f\u00fcr den laienhaften Betrachter gro\u00dfe \u00c4hnlichkeiten mit anderen asiatischen Kampfsportarten aufweist, unterscheidet es sich doch in einigen wesentlichen Punkten von diesen. So ist die Taekwondo-Technik sehr auf Schnelligkeit und Dynamik ausgelegt, was nicht zuletzt durch den Wettkampf bedingt ist. Im Taekwondo dominieren Fu\u00dftechniken deutlicher als in vergleichbaren Kampfsportarten.<br \/>\nInhaltsverzeichnis<br \/>\n[Verbergen]<\/p>\n<p><strong>Begriff und Inhalt<\/strong><\/p>\n<p>Der Begriff Taekwondo tauchte erstmals 1955 auf und wurde von General Choi Hong-hi (ITF) entwickelt. Weltweit gibt es zwei Taekwondo-Stile (ITF und WTF), die sich haupts\u00e4chlich in der Formaus\u00fcbung und im sportlichen Kampf unterscheiden. Taekwondo entwickelte sich w\u00e4hrend der japanischen Besatzung in Korea und wurde durch das japanische Karate mit beeinflusst. Nat\u00fcrlich gab es lange vor der Einf\u00fchrung des Karate waffenlose Kampfk\u00fcnste in mehr oder weniger systematischer Form in Korea. Ihr urs\u00e4chlicher Einfluss auf die sp\u00e4tere Kampfart Taekwondo darf aber mit Sicherheit ausgeschlossen werden. Erst sp\u00e4ter, als sich verschiedene Taekwondo-Unterstile herauszukristallisieren begannen, wurden einige Elemente im Nachhinein hinzu erg\u00e4nzt, wie etwa das im Taekgyeon entsprechend vorhandene Verbot des olympischen Wettkampfsystems, mit der Faust den Kopf zu treffen. Das Wort Taekwondo setzt sich aus den folgenden drei sinokoreanischen Silben zusammen:<br \/>\nTae     =     &#8222;Tritt&#8220; (steht f\u00fcr alle Fu\u00dftechniken),<br \/>\nKwon     =     &#8222;Faust&#8220; (steht f\u00fcr alle Hand- und Armtechniken) und<br \/>\nDo     =     &#8222;Weg&#8220; (wie im Deutschen auch als Methode oder Zielstreben zu verstehen, mit dem chin. Begriff TAO in engem Zusammenhang ).<br \/>\nSportler bei einem Bruchtest<br \/>\nSportler bei einem Bruchtest<\/p>\n<p>Taekwondo als moderner Sport unterteilt sich heute in die einzelnen Disziplinen:<\/p>\n<p>1. Formenlauf (Teul, Hyeong, Pumsae (Taegeuk\/Palgue)): festgelegte Techniken werden in vorgegebener Reihenfolge durchgef\u00fchrt.<br \/>\n2. Selbstverteidigung (Hosinsul): Selbstverteidigung gegen einen\/mehrere unbewaffnete oder bewaffnete Gegner.<br \/>\n3. Einschrittkampf (Hanbon Kirugi, Ilbo-Matsoki, Ilbo-Taeryeon): Ein Schaukampf mit festgelegter Technikenreihenfolge gegen einen Gegner. Neben dem Einschrittkampf gibt es auch noch den Zwei- und Dreischrittkampf (Ibo- bzw. Sambo-Matsoki, Ibo- bzw. Sambo-Taeryeon), die aber eher untergeordnete Bedeutung haben.<br \/>\n4. Bruchtest (Gyeokpa): Zerst\u00f6ren von Holzbrettern, Ziegeln oder sonstigen Materialien mittels Taekwondo-Techniken.<br \/>\n5. Freikampf (Daeryeon, Matsoki oder Gyeorugi): abgesprochener oder freier Kampf in verschiedenen Kombinationen.<br \/>\n6. Wettkampf (Chayu Matsoki): Leicht-, Semi- oder Vollkontaktkampf gegen einen Gegner.<br \/>\n7. Grundschule (Gibon Yeonseup), Gymnastik (Dosoo Dallyon) und Theorie (Ilon) sollten aber auch st\u00e4ndige Trainingsbestandteile sein.<\/p>\n<p>Durch kontinuierliches Training und bewusste Aus\u00fcbung dieser Disziplinen sollen die Taekwondoins, so werden alle Taekwondo-Betreibenden genannt, ihren Geist schulen. General Choi Hong-hi, der Begr\u00fcnder des urspr\u00fcnglichen Taekwondos, hat dies in f\u00fcnf zu erreichenden Zielen zusammengefasst, die als \u201eGrunds\u00e4tze des Taekwondo\u201c gelten und wie folgt lauten:<\/p>\n<p>1. Ye-Ui, die H\u00f6flichkeit<br \/>\n2. Yom-Chi, die Integrit\u00e4t<br \/>\n3. In-Nae, das Durchhalteverm\u00f6gen<br \/>\n4. Guk-Gi, die Selbstdisziplin<br \/>\n5. Beakjul-bool-gul, die Unbezwingbarkeit<\/p>\n<p>Um diese Ziele zu erreichen, stellte Choi Hong-hi einen Eid auf, dem sich alle Taekwondo-Sch\u00fcler verpflichtet f\u00fchlen sollen:<\/p>\n<p>* Ich verpflichte mich, die Grunds\u00e4tze des Taekwondo einzuhalten<br \/>\n* Ich verpflichte mich, meinen Trainer und alle H\u00f6hergestellten zu achten<br \/>\n* Ich verpflichte mich, Taekwondo nie zu missbrauchen<br \/>\n* Ich verpflichte mich, mich f\u00fcr Freiheit und Gerechtigkeit einzusetzen<br \/>\n* Ich verpflichte mich, bei der Schaffung einer friedlicheren Welt mitzuarbeiten<\/p>\n<p>Um mit einer Taekwondo-Technik die n\u00f6tige Kraft und die damit verbundene durchschlagende Wirkung zu erzielen, bedient sich der Taekwondoin bestimmter physikalischer Gesetzm\u00e4\u00dfigkeiten. Das Wissen um diese physikalischen Gesetze nannte Choi Hong-hi \u201eTheorie der Kraft\u201c. Sie besteht aus:<\/p>\n<p>* Konzentration: Die gesamte Kraft genau im Moment des Schlages auf eine m\u00f6glichst kleine Fl\u00e4che wirken zu lassen. Gro\u00dfe Fl\u00e4che = kleine Kraftwirkung, kleine Fl\u00e4che = gro\u00dfe Kraftwirkung.<br \/>\n* Reaktionskraft: Gegnerische Kraft plus eigene Kraft = Kraft, die auf den Gegner einwirkt.<br \/>\n* Gleichgewicht: Angriff wird wirksamer und Abwehr wird stabiler, wenn der K\u00f6rper sich im Gleichgewicht befindet.<br \/>\n* Atmungskontrolle: Eigene Schlagwirkung und Schutz des eigenen K\u00f6rpers erh\u00f6hen sich durch Anspannen der Bauchmuskeln (Ausatmen und Pressen) im Moment des Schlages.<br \/>\n* Schnelligkeit: Je gr\u00f6\u00dfer die Geschwindigkeit, desto gr\u00f6\u00dfer ist die wirksame Kraft. In physikalische Formeln ausgedr\u00fcckt: Kraft = Masse \u00d7 Beschleunigung, wobei Beschleunigung = Geschwindigkeits\u00e4nderung pro Zeitintervall.<br \/>\n* Masse: Je gr\u00f6\u00dfer die am Schlag beteiligte Masse (H\u00fcfte und gesamter K\u00f6rper, nicht nur das schlagende\/tretende K\u00f6rperteil), desto gr\u00f6\u00dfer die wirksame Kraft. Kraft = Masse \u00d7 Beschleunigung.<\/p>\n<p><strong>Geschichte und Entwicklung<\/strong><\/p>\n<p>Wie in vielen L\u00e4ndern, aus denen Kampfsportarten hervorgegangen sind, gibt es auch in Korea eine Jahrhunderte alte Tradition an Kampfk\u00fcnsten. Es ist jedoch kein direkter urs\u00e4chlicher Einfluss von ihnen auf die Entstehung und anf\u00e4ngliche Entwicklung dessen, was sp\u00e4ter Taekwondo werden sollte, festzustellen.<\/p>\n<p>Die gelegentlich anzutreffende Behauptung, einer der propagierten Vorl\u00e4ufer des Taekwondo stamme bereits vom legend\u00e4ren Staatengr\u00fcnder Dangun ab, Taekwondo sei somit letztlich \u00fcber 4000 Jahre alt und somit die \u00e4lteste Kampfkunst Ostasiens, entbehrt jeder historischen Grundlage. Sie darf vielmehr als Ausdruck eines Unterlegenheitsgef\u00fchls patriotischer koreanischer Kampfk\u00fcnstler insbesondere Chinas und Japans gegen\u00fcber verstanden werden, das viel zu oft anzutreffen ist. Dazu gibt es jedoch keinen Grund, denn Korea kann auf eine etwa anderthalb Jahrtausende alte eigenst\u00e4ndige Kampfkunst-Tradition zur\u00fcck blicken, die sich hinter denen anderer ostasiatischer Nationen nicht zu verstecken braucht. Man sollte diese Tradition der Ehrlichkeit halber aber nicht k\u00fcnstlich mit der Entwicklung des Taekwondo vermischen.<\/p>\n<p><strong>Traditionelle koreanische Kampfk\u00fcnste<\/strong><\/p>\n<p>Zur Zeit der Morgend\u00e4mmerung der Kampfk\u00fcnste in Ostasien bestand Korea aus drei K\u00f6nigreichen: Goguryeo im Norden, dem westlichen K\u00f6nigreich Baekje sowie dem kleinsten Reich im S\u00fcdosten, Silla. Ein gro\u00dfer Teil Goguryeos, des gr\u00f6\u00dften der drei Reiche, lag damals im Gebiet der heutigen chinesischen Mandschurei. Diese Gebiete gingen verloren, nachdem das kleine Silla mit Unterst\u00fctzung von Tang-China die beiden anderen Reiche unterworfen hatte. Damals gab es in Silla den Orden der Hwarang, etwa &#8222;Blumenknaben&#8220;, die eine besondere kulturelle, gesellschaftliche und religi\u00f6se Ausbildung erfuhren und zumindest zeitweise auch in kriegerischen K\u00fcnsten ausgebildet wurden. Vermutlich befand sich darunter auch die aus China importierte waffenlose Kampfkunst Subak, was etwa soviel bedeutet wie &#8222;die Schulter dr\u00fccken&#8220;. Aus diesem (chinesisch geschriebenen) Subak entwickelte sich vermutlich irgendwann das (in Hangeul geschriebene) Taekgyeon, das bis zur Zeit der japanischen Annexion Koreas vor allem im einfachen Volk, also auch bei Gaunern und R\u00e4ubern, beliebt war. Taekgyeon gilt allgemein als genuin koreanische Kampfkunst, deren typische Bewegungsmuster in keiner anderen ostasiatischen Kampfart anzutreffen sind. Aufgrund des w\u00e4hrend der 35-j\u00e4hrigen Besatzungszeit bestehenden Verbots f\u00fcr Koreaner, Kampfk\u00fcnste auszu\u00fcben, starb diese traditionelle koreanische Kampfkunst beinahe aus. Verschiedentlich wird von den Gr\u00fcnderv\u00e4tern des sp\u00e4teren Taekwondo wie Choi Hong-hi und Hwang Ki behauptet, sie h\u00e4tten in ihrer Jugend Taekgyeon gelernt, aber weder gibt es dar\u00fcber Aufzeichnungen, noch kann man die typischen Taekgyeon-Elemente wie etwa die t\u00e4nzerische Wipp-Bewegung oder den Atmungsrhythmus in ihrem urspr\u00fcnglichen Stil entdecken.<\/p>\n<p>Eine weitere traditionelle koreanische Kampfkunst ist Ssireum, ein Ringkampfstil, den es etwa seit der Joseon-Dynastie gibt. Es ist noch heute ein beliebter Zuschauersport. Im Unterschied zum japanischen Sumo ist es dabei nicht das Ziel, den Gegner aus dem Ring oder auf den Boden zu sto\u00dfen, sondern, \u00e4hnlich wie beim schweizerischen Schwingen, den Gegner durch Ziehen und Ausheben aus dem Gleichgewicht zu bringen. Ein urs\u00e4chlicher Einfluss dieses traditionellen koreanischen Kampfsports aufs sp\u00e4tere Taekwondo kann mit Sicherheit ausgeschlossen werden.<\/p>\n<p>Ausgrabungen japanischer Arch\u00e4ologen im Jahre 1935 im Gebiet des heutigen Nordkorea legten Wandmalereien in Goguryeo-Gr\u00e4bern frei, auf denen je nach Interpretation T\u00e4nzer oder Duellisten in Nahkampfposen abgebildet sind. Um welchen Kampfstil es sich dabei handeln k\u00f6nnte, ist heute nicht mehr zu kl\u00e4ren, denn au\u00dfer diesem Bild sind keine schriftlichen Aufzeichnungen dar\u00fcber gefunden worden. Die h\u00e4ufig auf offiziellen Taekwondo-Seiten zu findende Behauptung, dies sei ein Vorl\u00e4ufer des Taekwondo gewesen, ist reine Spekulation und entstammt dem Reich der Fantasie, nicht der Fakten.<\/p>\n<p>Daneben werden oftmals die Keumgang-W\u00e4chterstatuen in Sukkuram als Beleg einer Jahrhunderte alten Taekwondo-Tradition herangezogen. Dies sind zwei W\u00e4chter, die in auff\u00e4lligen Kampfstellungen den Eingangsbereich eines buddhistischen Tempels bewachen. Doch dieser Beleg entpuppt sich als Fehlgriff, denn derartige Figuren finden sich \u00fcberall in China und sogar Indien (wobei die \u00e4lteren Figuren Waffen in den H\u00e4nden halten), und demnach m\u00fcsste Taekwondo letztendlich aus Indien stammen.<\/p>\n<p>Eine letzte Kampfart, die in Korea vor der japanischen Besatzungszeit vermutlich anzutreffen war, ist Kwon-beop. Doch dies ist definitiv keine traditionelle koreanische Kampfkunst, sondern nur die koreanische Schreibweise des chinesischen Quanfa bzw. japanischen Kempo, bedeutet also etwa &#8222;Fausttechnik&#8220;. Tats\u00e4chlich hatte diese Kampfart seinen Ursprung in China und kam \u00fcber die Mandschurei nach Korea. Sie wurde von Soldaten etwa seit dem Ende der japanischen Invasion 1598 als letztes (waffenloses) Mittel auf dem Schlachtfeld trainiert, als ein vergleichsweise kleiner Bereich unter dem gro\u00dfen Angebot an bewaffneten Kampftechniken. Die Kwon-beop-Bewegungen sind in dem milit\u00e4rischen Lehrwerk Muye Dobo Tongji, dem &#8222;illustrierten Handbuch der Kampfk\u00fcnste&#8220; von 1790, dargestellt. Dort wird eine \u00dcbersichtstafel mit vielen weit ausholenden Armschw\u00fcngen durch einzelne, tiefe Fu\u00dftritte aufgelockert. Ein urs\u00e4chlicher Einfluss auf das sp\u00e4tere Taekwondo kann allein schon aus dem Grund der Unterschiedlichkeit der Techniken ausgeschlossen werden.<\/p>\n<p>Die Aus\u00fcbung von Kampfk\u00fcnsten erfuhr in der Geschichte Koreas zwei gro\u00dfe D\u00e4mpfer. Der erste war der \u00dcbergang vom Buddhismus zum Konfuzianismus als Gesellschaftsordnung zu Beginn der Joseon-Dynastie. Alles, was mit dem Milit\u00e4rwesen oder dem Kriegswesen zu tun hatte, wurde zugunsten anderer kultureller Errungenschaften gesellschaftlich abgewertet. Ssireum, Subak, sp\u00e4ter Taekgyeon und im Milit\u00e4r Kwon-beop wurden zwar weiterhin ausge\u00fcbt und erfuhren in manchen Kreisen regelrechte Beliebtheit. Taekgyeon-Spiele etwa wurde gerne auf manchen Festen ausge\u00fcbt, besonders von Kindern. Der zweite, weitaus gr\u00f6\u00dfere Einschnitt folgte auf die Besetzung Koreas durch Japan. Die Aus\u00fcbung von Kampfk\u00fcnsten war Koreanern generell verboten, nur in seltenen Einzelf\u00e4llen scheint dies geschehen zu sein. Die Taekwondo-Begr\u00fcnder haben allesamt japanische Kampfk\u00fcnste im Ausland gelernt.<\/p>\n<p><strong>Entstehung und Entwicklung des Taekwondo im 20. Jahrhundert<\/strong><\/p>\n<p>Nach der Joseon-Dynastie wurde Korea 1910 von Japan annektiert. Alles, was Kultur und Geschichte Koreas ausgemacht hatte, wurde systematisch unterdr\u00fcckt und verboten. Das galt auch f\u00fcr traditionelle koreanische Kampfarten wie Taekgyeon und Ssireum. Die japanischen Besatzer brachten zwar Kampfarten wie Jujutsu, Kendo, Judo, Karate oder Sumo von zuhause mit, aber Koreanern war es offiziell verboten, sie zu erlernen. Ausnahmen gab es beispielsweise f\u00fcr Koreaner, die in Japan studiert oder im japanischen Milit\u00e4r gedient haben.<\/p>\n<p><strong>Die F\u00fcnf Ursprungsstile<\/strong><\/p>\n<p>Nachdem 1943 das Verbot fiel, Kampfk\u00fcnste auszu\u00fcben, und mehr noch nach der Unabh\u00e4ngigkeit Koreas im Jahr 1945 kehrte eine Handvoll Koreaner zur\u00fcck, die im Ausland, also in Japan und der Mandschurei, vor allem japanisches Karate gelernt hatten. Sie er\u00f6ffneten die 5 urspr\u00fcnglichen Kampfkunst-Schulen, aus denen sp\u00e4ter das Taekwondo entstehen sollte:<\/p>\n<p>* Lee Won-Kuk hatte Shotokan-Karate bei Gichin Funakoshi gelernt und begann bereits 1944, Dangsudo in seiner Schule, dem Cheongdo-Kwan (&#8222;Halle des wahren Weges&#8220;) in Seoul, zu unterrichten. Lee fl\u00fcchtete 1953 aus politischen Gr\u00fcnden nach Japan und emigrierte 1976 in die USA.<br \/>\n* Hwang Ki lernte ab 1936 in der ebenfalls japanisch besetzten Mandschurei vermutlich Karate, auch wenn er den Stil sp\u00e4ter als einen chinesischen ausgab. 1945 gr\u00fcndete er in Seoul den Mudeuk-Kwan (etwa &#8222;Halle der Kampftugenden&#8220;). Seinen Stil nannte er zun\u00e4chst ebenfalls Dangsudo, sp\u00e4ter dann, in Korea, Subakdo. Auf internationaler Ebene behielt er den Namen Dangsudo (geschrieben &#8222;Tang Soo Do&#8220;, abgek\u00fcrzt TSD) bei, unter dem sein Stil vor allem in den USA heute noch betrieben wird.<br \/>\n* Chun Sang-Sup hatte Judo und Karate w\u00e4hrend seines Studiums in Japan gelernt und schloss sich 1946 dem Yeonmu-Kwan an, der gr\u00f6\u00dften Seouler Judo-Schule, wo er neben Judo auch Gongsudo unterrichtete. Chun gilt als im Korea-Krieg verschollen. Seine Sch\u00fcler \u00e4nderten den Schulnamen daraufhin in Jido-Kwan (&#8222;Weg der Weisheit&#8220;).<br \/>\n* Yoon Byung-In kehrte als rangh\u00f6chster koreanischer Karateka aus Japan zur\u00fcck, wo er bei Kanken Toyama (Shudokan-Stilgr\u00fcnder) den 5. Dan im Shudokan-Karate erreicht hatte. Er soll in der Mandschurei auch Kwon Bop(chinesisches Quanfa\/Kung fu) gelernt haben.<\/p>\n<p>Ebenfalls 1946 gr\u00fcndete er den Changmu-Kwan im Seouler YMCA und nannte seinen Stil (vermutlich aus politischen, d.h. anti-japanischen Gr\u00fcnden) Kwon-Bop(&#8222;Faustmethode&#8220;). Yoon wurde vermutlich w\u00e4hrend des Korea-Krieges nach Nordkorea verschleppt.<\/p>\n<p>* Ro Byung-Jik hatte zusammen mit Lee Won-Kuk Shotokan-Karate bei Gichin Funakoshi gelernt und trug bei seiner R\u00fcckkehr den 1. Dan. Seine erste Schule gr\u00fcndete er bereits vor der Unabh\u00e4ngigkeit in Kaes?ng im heutigen Nordkorea, zog aber mangels Erfolg 1946 nach Seoul und er\u00f6ffnete dort den Seongmu-Kwan (abgeleitet von &#8222;Seong Do Kwan&#8220;, der koreanischen Aussprache des japanischen Shotokan).<\/p>\n<p><strong>Der Dangsudo-Stil<\/strong><\/p>\n<p>Alle nannten ihren Stil zun\u00e4chst Dangsudo (Tangsoodo)= &#8222;Weg der (Dang-)China-Hand&#8220; oder Gongsudo(Kongsoodo) = &#8222;Weg der leeren Hand&#8220;. In beiden F\u00e4llen handelt es sich um die koreanische Aussprache dessen, was auf japanisch Karate gelesen wird. Das Wort &#8222;Karate&#8220; erfuhr in den 1930ern eine Deutungs- und Bedeutungs\u00e4nderung von &#8222;(Dang-)China-Hand&#8220; in &#8222;leere Hand&#8220;. In diesen f\u00fcnf ersten Seouler Taekwondo-Schulen wurde urspr\u00fcnglich also die eine oder andere Art Karate trainiert, und Ausl\u00e4ndern gegen\u00fcber wurde es bis in die 1960er Jahre hinein als &#8222;Koreanisches Karate&#8220; vorgestellt. Allerdings bestanden zwischen den Schulen unterschiedliche Standards f\u00fcr Dan-Pr\u00fcfungen. So kam es bereits vor dem Korea-Krieg zu ersten Gespr\u00e4chen \u00fcber einen eventuellen Dachverband, doch erst w\u00e4hrend des Kriegs einigten sich die Kwan-Vertreter in Busan auf die Koreanische Gongsudo-Vereinigung.<\/p>\n<p>Diese erste Vereinigung zerfiel bereits nach wenigen Monaten, weil Hwang Ki gleich darauf in Seoul im Alleingang die &#8222;Koreanische Dangsudo-Vereinigung&#8220; gr\u00fcndete, woraufhin auch Son Duk-sung aus der Gongsudo-Vereinigung austrat. Son Duk-sung hatte inzwischen die Leitung des Cheongdo-Kwan \u00fcbernommen, damals die gr\u00f6\u00dfte zivile Kampfkunst-Schule.<\/p>\n<p><strong>Nach dem Koreakrieg<\/strong><\/p>\n<p>Kurz nach dem Krieg gelang es Generalmajor Choi Hong-hi, durch seine Sch\u00fcler Einfluss auf die Leitung des Cheongdo-Kwan zu nehmen; er selber wurde Kwan-Chef ehrenhalber. Choi hatte Anfang der 1940er Jahre in Japan je nach Quelle den 1. oder 2. Dan im Karate erlangt, bevor er erst der japanischen, nach Koreas Unabh\u00e4ngigkeit der koreanischen Armee beitrat. Bei jeder Gelegenheit trainierte er seine Untergebenen und Kollegen im Karate und traf dabei auf den hochtalentierten Nam Tae-hi, der Dangsudo im Cheongdo-Kwan gelernt hatte und gleich Chois rechte Hand wurde. Nam Tae-hi beeindruckte Koreas Pr\u00e4sident Syngman Rhee w\u00e4hrend einer Demonstration im Jahre 1952 mit einem Dachziegel-Bruchtest so sehr, dass dieser Gongsudo-Training f\u00fcr alle Soldaten anordnete. Dazu gr\u00fcndeten Choi und Nam 1953 den milit\u00e4rinternen Odo-Kwan (&#8222;My Way&#8220;), der im Laufe der Zeit zur einflussreichsten Kampfkunst-Schule wurde, denn fr\u00fcher oder sp\u00e4ter musste jeder junge Koreaner das Milit\u00e4r passieren. Somit versch\u00e4rfte sich die Situation f\u00fcr die anderen Kwan, denn im Milit\u00e4r wurden zun\u00e4chst nur die Dan-Graduierungen des Choi-h\u00f6rigen Cheongdo-Kwan anerkannt.<\/p>\n<p><strong>Die 1950er Jahre<\/strong><\/p>\n<p>In den sp\u00e4teren 1950er Jahren spitzte sich die Lage auf einen Machtkampf zwischen Hwang Ki und Choi Hong-Hi zu. Hwang organisierte mehrere Dangsudo-Vorf\u00fchrungen und bem\u00fchte sich, seinen Stil \u00fcber seine Sch\u00fcler im Milit\u00e4r bekannt zu machen. 1955 organisierte Choi mit Unterst\u00fctzung der Regierung eine Kommission, die erneut \u00fcber eine Vereinigung der verschiedenen Gongsudo-Stile verhandelte. Diese Kommission umfasste allerdings nicht alle betroffenen Kwan, sondern bestand aus Vertretern des Cheongdo-Kwan, des Odo-Kwan, des Milit\u00e4rs und der Regierung. Bei dieser Gelegenheit kreierte Choi Hong-hi am 11. April 1955 den Namen &#8222;Taekwondo&#8220;, ein Name, der, schmissig ausgesprochen, ganz bewusst an das traditionelle Taekgyeon erinnern sollte, auch wenn es keine inhaltliche Verwandtschaft dazu gab. Dieser Name wurde bis in die 1960er Jahre au\u00dferhalb von Chois Einflussbereich, also dem Cheongdo-Kwan und dem Odo-Kwan, nicht verwendet.<\/p>\n<p>Hwang Ki kreierte ebenfalls einen neuen Namen f\u00fcr seinen Stil, nachdem er 1957 das alte Buch &#8222;Muye Dobo Tongji&#8220; (etwa &#8222;Illustriertes Handbuch der Kampfk\u00fcnste&#8220;) von ca. 1790 wieder entdeckt und ins moderne Koreanisch \u00fcbersetzt hatte: Subakdo, etwa &#8222;Weg der schlagenden Hand&#8220;. Daneben behielt er die Bezeichnung Dangsudo f\u00fcr seine internationalen Bestrebungen bei, unter der er zun\u00e4chst lokale Vorf\u00fchrungen und ab den 1960er Jahren internationale Turniere organisierte.<\/p>\n<p>Mit Unterst\u00fctzung der Rhee-Regierung organisierte Choi 1959 die Gr\u00fcndung der ersten Koreanischen Taekwondo-Vereinigung und wurde deren erster Pr\u00e4sident. Hwang Ki und andere pl\u00e4dierten dabei f\u00fcr den Namen Dangsudo, aber mittels seiner milit\u00e4rischen Autorit\u00e4t konnte Choi sich durchsetzen. Seine Machtbasis brach aber im Zuge der Studentenrevolution am 19. April 1960 unter ihm zusammen, ebenso die frisch gegr\u00fcndete, aber offiziell noch nicht registrierte Taekwondo-Vereinigung. Hwang Ki nutzte die Gunst der Stunde, und mithilfe eines guten politischen Kontaktes im Ministerium gelang ihm kurz darauf handstreichartig die Registrierung seines eigenen Verbandes, den er in Koreanische Subakdo-Vereinigung umbenannte. Damit war der Weg f\u00fcr Taekwondo zun\u00e4chst verbaut, denn eine zweite Vereinigung f\u00fcr den gleichen Sport registrieren zu lassen war nicht m\u00f6glich.<\/p>\n<p><strong>Die 1960er Jahre<\/strong><\/p>\n<p>Am 16. Mai 1961 putschte General Park Chung-hee, und kurz danach wurde per Dekret Nr. 6 die Neuordnung der Dangsudo\/Gongsudo\/Subakdo-Registrierung verordnet. Dies h\u00e4tte die gro\u00dfe Stunde des Generals Choi Hong-hi werden k\u00f6nnen, doch es gab Differenzen zwischen den beiden Milit\u00e4rf\u00fchrern, und Choi wurde als Botschafter nach Malaysia abgeschoben. Die koreanische Taekwondo-Entwicklung fand f\u00fcr die n\u00e4chsten 4 Jahre ohne Choi statt. Er entwickelte im Exil allerdings sein Hyeong-System (s. u., &#8222;Formenlauf&#8220;) und setzte seine Bem\u00fchungen eigenm\u00e4chtig fort, Taekwondo international, etwa bei den US-Truppen in Vietnam, bekannt zu machen.<\/p>\n<p>Im September 1961 kam es zur Gr\u00fcndung der Koreanischen Taesudo-Vereinigung (&#8222;Korean Taesoodo Association&#8220;, kurz KTA), wobei man sich auf den neuen Namen &#8222;Taesudo&#8220; (etwa &#8222;Tritt-Hand-Weg&#8220;) als Kompromiss zwischen Dangsudo, Subakdo und Taekwondo einigte. Man entwickelte einheitliche Pr\u00fcfungs- und Wettkampfregeln und schickte Show-Teams ins Ausland.<\/p>\n<p><strong>Korean Taekwondo Association<\/strong><\/p>\n<p>1965 kehrte Choi Hong-hi nach Korea zur\u00fcck, und er wurde gleich zum neuen KTA-Pr\u00e4sidenten gew\u00e4hlt. Sofort \u00e4nderte er den Namen der Kunst in &#8222;Taekwondo&#8220; &#8211; angeblich wurde die Namens\u00e4nderung mit einer Stimme Mehrheit beschlossen &#8211; und forcierte die Bestrebungen nach Internationalisierung. So kam Taekwondo endlich auch nach Deutschland und f\u00fchrte 1967 zur Gr\u00fcndung des Deutschen Taekwondo-Verbandes mit Ausrichtung der 1. Deutschen Taekwondo-Meisterschaft (s.u., &#8222;Taekwondo in Deutschland&#8220;). Hwang Kis Mudeuk-Kwan spaltete sich \u00fcber die Streitfrage, ob man Chois KTA folgen solle oder nicht, und viele seiner Sch\u00fcler schlossen sich der KTA an. Hwang Ki selbst blieb von der KTA unabh\u00e4ngig und gr\u00fcndete sp\u00e4ter im Ausland, insbesondere in den USA, verschiedene Dangsudo-Verb\u00e4nde.<\/p>\n<p><strong>Gr\u00fcndung der ITF<\/strong><\/p>\n<p>Der permanente Streit zwischen KTA-Pr\u00e4sident Choi und den anderen Kwan-Leitern f\u00fchrte dazu, dass man Choi bereits ein Jahr sp\u00e4ter n\u00f6tigte, vom Posten zur\u00fcckzutreten und ihm im Gegenzug die Gr\u00fcndung eines eigenen Verbandes, der International Taekwon-Do Federation, kurz ITF, zusicherte. Sie wurde am 22. M\u00e4rz 1966 in Seoul mit den Gr\u00fcndungsl\u00e4ndern Arabien, Deutschland (West), Italien, Korea, Malaysia, Singapur, T\u00fcrkei, USA und Vietnam vollzogen. Erster und bis zu seinem Tod einziger Pr\u00e4sident war selbstverst\u00e4ndlich Choi Hong-hi.<\/p>\n<p>In den folgenden Jahren wuchs der Konflikt zwischen der KTA und der ITF, sodass man in der KTA eigene Formen entwickelte, die Pumsae (erst acht Palgwe, dann acht Taegeuk) und die neun Yudanja (koreanische Aussprache des japanischen &#8222;Yudansha&#8220;, siehe unten, &#8222;Formenlauf&#8220;).<\/p>\n<p><strong>Die 1970er Jahre<\/strong><\/p>\n<p>1971 wurde Dr. Kim Un-Yong zum 6. KTA-Pr\u00e4sidenten gew\u00e4hlt. Im selben Jahr stellte sich der s\u00fcdkoreanische Pr\u00e4sident Park Chung-hee zur Wiederwahl, und weil er eine Krise kommen sah, rief er Ende des Jahres den nationalen Notstand aus. Noch vorher entdeckte er Taekwondo als nationales Erziehungsmittel und fertigte am 20. M\u00e4rz 1971 h\u00f6chstpers\u00f6nlich eine Kalligraphie an, mit der er Taekwondo zum koreanischen Nationalsport (Gukki Taekwondo, etwa &#8222;nationaler Schatz Taekwondo&#8220;) erkl\u00e4rte. Im selben Jahr erfolgte die Grundsteinlegung des Gukkiwon (etwa &#8222;Aus\u00fcbungsst\u00e4tte des nationalen Schatzes&#8220;), des &#8222;Welt-Taekwondo-Hauptquartiers&#8220; (so der offizielle Titel), das 1972 fertig gestellt wurde. Pr\u00e4sident war ebenfalls Kim Un-yong.<\/p>\n<p><strong>Trennung der Verb\u00e4nde in WTF und ITF<\/strong><\/p>\n<p>Im selben Jahr verlie\u00df Choi Hong-hi vermutlich wegen Verbandsstreitigkeiten S\u00fcdkorea. Er verlegte den Sitz der ITF nach Toronto in Kanada und begann die Reform seines Taekwon-Do. Als Folge davon wurde am 28. Mai 1973 im Zuge der im Kukkiwon stattfindenden ersten Taekwondo-Weltmeisterschaft die World Taekwondo Federation, kurz WTF, mit Sitz in Seoul gegr\u00fcndet. Auch hier wurde Kim Un-Yong Pr\u00e4sident. KTA, WTF und Kukkiwon arbeiteten nun mit Unterst\u00fctzung der Park-Regierung Hand in Hand daran, die verschiedenen Taekwondo-Schulen (Kwan) S\u00fcdkoreas aufzul\u00f6sen, um ein einheitliches Taekwondo-System durchzusetzen. Hwang Ki gewann zwar diverse Prozesse dagegen, doch der Druck auf ihn und seine Schule wurde immer gr\u00f6\u00dfer, bis er schlie\u00dflich nachgab und 1974 in die USA zog. 1976 wurden die noch bestehenden Kwan durch Nummern ersetzt und zwei Jahre sp\u00e4ter ganz aufgel\u00f6st.<\/p>\n<p><strong>Auf dem Weg zur Olympischen Disziplin<\/strong><\/p>\n<p>Die sp\u00e4teren 1970er und 1980er Jahre waren gepr\u00e4gt durch den Konflikt beider Taekwondo-Weltverb\u00e4nde, respektive ihrer Pr\u00e4sidenten Choi Hong-hi und Kim Un-Yong. Kim konnte dabei auf die massive Unterst\u00fctzung seiner Regierung bauen, und so gelang ihm schlie\u00dflich 1980 die Anerkennung der WTF als Weltfachverband Taekwondo vom IOC. Bei den Olympischen Spielen 1988 in Seoul und 1992 in Barcelona war das WTF-Taekwondo als Demonstrationswettbewerb zugelassen, 2000 in Sydney und 2004 in Athen war es vollwertige olympische Disziplin. Zu den besten Sportlern der Welt geh\u00f6rt sicherlich der amerikanische Doppelolympiasieger Steven Lopez, der als einziger Athlet bisher jeweils die Goldmedaille 2000 in Sydney (- 68 kg) und 2004 in Athen (- 80 kg) erringen konnte.<\/p>\n<p><strong>Ende der \u00c4ra von Choi und Kim<\/strong><\/p>\n<p>Choi ging einen anderen Weg und besuchte mit einem Team 1981 Nordkorea, wo seitdem ITF-Taekwondo betrieben wird. Das wurde ihm in S\u00fcdkorea sogleich als Landesverrat angelastet. Bis heute wird sein Name dort weitgehend verschwiegen, und seine Leistungen als &#8222;Vater des Taekwondo&#8220; werden nicht anerkannt. Er starb 2002 in Nordkorea, Hwang Ki ebenfalls 2002 in S\u00fcdkorea, und Kim Un-yong wurde im Juni 2004 wegen Korruption und Veruntreuung zu einer zweieinhalbj\u00e4hrigen Freiheitsstrafe verurteilt, aus der er allerdings Ende Juni 2005 im Zuge einer Generalamnestie entlassen wurde.<\/p>\n<p><strong>Verb\u00e4nde und Organisationen<\/strong><\/p>\n<p><strong>Allgemein<\/strong><\/p>\n<p>Taekwondo ist sowohl national als auch international in sehr viele Verb\u00e4nde zersplittert; es lassen sich allerdings zwei dominante Organisationen identifizieren: die beiden Weltverb\u00e4nde ITF (International Taekwon-Do Federation, gegr\u00fcndet im Jahr 1966) und WTF (World Taekwondo Federation, gegr\u00fcndet 1973). In Deutschland ist die DTU &#8211; Deutsche Taekwondo Union e.V. &#8211; dem Weltverband WTF angegliedert. Die DTU ist dem Deutschen Sportbund und dem Nationalen Olympischen Komitee angegliedert und somit offizieller Taekwondo-Verband in Deutschland.<\/p>\n<p>Dar\u00fcber hinaus gibt es viele unabh\u00e4ngige Schulen, die sich mehr oder weniger an die Verbandsstile anlehnen oder sich am &#8222;traditionellen&#8220; Taekwondo-Stil orientieren, wie er urspr\u00fcnglich von General Choi Hong Hi in den 1950er und 1960er Jahren entwickelt wurde. Ein Beispiel hierf\u00fcr ist das &#8222;Traditionelle Taekwondo&#8220; nach Kwon Jae-hwa, welches sich deutlich von den &#8222;modernen&#8220; Taekwondo der DTU, ITF und WTF unterscheidet, vor allem durch den Verzicht auf Schutzausr\u00fcstung beim Wettkampf. Es wird kontaktloser Kampf praktiziert, Schl\u00e4ge und Tritte werden kurz vor dem Gegner abgestoppt.<\/p>\n<p><strong>Die zwei gr\u00f6\u00dften Verb\u00e4nde: ITF und WTF<\/strong><\/p>\n<p>Die ITF hat ihren Sitz in Wien, nachdem ihr Gr\u00fcnder General Choi Hong-hi nach Kanada emigrierte und den Sitz der ITF zun\u00e4chst nach Toronto und dann 1985 nach Wien verlegt hatte.<\/p>\n<p>Die WTF hat ihren Sitz in Seoul (S\u00fcdkorea), der Gr\u00fcnder ist Kim Un-Yong. Sie wurde 1973 als Reaktion auf die Emigration von General Choi und die parallel stattfindende Verlegung der ITF-Zentrale gegr\u00fcndet. Begr\u00fcndung daf\u00fcr war, dass Taekwondo als koreanischer Nationalsport seinen Zentralsitz unbedingt in Korea haben sollte. Unter dem Dach der WTF findet das Olympische Taekwondo statt, daher ist eine Teilnahme an den Olympischen Spielen nur als Angeh\u00f6riger der WTF m\u00f6glich.<\/p>\n<p><strong>Stilunterschiede<\/strong><\/p>\n<p>Aus verbandspolitischen Gr\u00fcnden haben sich im Taekwondo verschiedene Stile entwickelt, auch deshalb, weil sich gerade die gro\u00dfen Weltverb\u00e4nde gezielt weiterentwickeln: vor allem die WTF versucht, den Sport publikumswirksamer und damit die Wettk\u00e4mpfe attraktiver zu gestalten. Demgegen\u00fcber setzen die traditionellen Schulen auf das Althergebrachte, das sie bewahren wollen. Die Stile unterscheiden sich daher vor allem in den Formenl\u00e4ufen, in der Namensgebung der Techniken sowie in der Art des Wettkampfes. Die Techniken selbst sind im Grunde identisch. Hinzu kommt, dass diverse Gro\u00dfmeister den jeweiligen Stil ebenfalls leicht beeinflussen, was dazu f\u00fchrt, dass alle untergeordneten Schulen diesen Stil \u00fcbernehmen. Dies betrifft vor allem bestimmte Techniken und hier insbesondere den jeweiligen Bewegungsablauf. Einige Gro\u00dfmeister verlangen weiche, flie\u00dfende Bewegungen, andere kantig-dynamische. Auch die Ausf\u00fchrungsgeschwindigkeit der jeweiligen Technik unterscheidet sich oftmals.<\/p>\n<p><strong>Schreibweisen<\/strong><\/p>\n<p>Zur Abgrenzung musste sogar die Schreibweise des Begriffes Taekwondo herhalten. Traditionell hei\u00dft es Taekwon-Do, diese Schreibweise hat auch die ITF behalten. Die WTF schreibt den Namen &#8222;Taekwondo&#8220;. Manche Schulen trennen die Silben komplett und schreiben &#8222;Tae-Kwon-Do&#8220;. Die offizielle Umschrift des Begriffs ??? ist Taegwondo in S\u00fcdkorea (Revidierte Romanisierung) und T&#8217;aekw?ndo (McCune-Reischauer-Romanisierung) in Nordkorea, diese Schreibweisen werden aber praktisch nie verwendet. Auch Techniken werden manchmal unterschiedlich benannt, obwohl sie in gleicher Weise ausgef\u00fchrt werden. Das resultiert vor allem darin, dass die \u00dcbersetzung der koreanischen Schreibweisen in westliche Schriften nicht ganz eindeutig ist. Daher k\u00f6nnen solche Bezeichnungen voneinander abweichen (vgl. Taekwondo-Begriffe).<\/p>\n<p><strong>Formenlauf<\/strong><\/p>\n<p>Formen (engl. Pattern) sind festgelegte Schritt- und Technikfolgen, sie gleichen einem Kampf gegen imagin\u00e4re Gegner und dienen vor allem der Automatisierung von Bewegungsfolgen und dem Training von passenden Atemtechniken.<\/p>\n<p>Der geschichtliche Hintergrund ist angeblich, dass es fr\u00fcher viel zu gef\u00e4hrlich gewesen w\u00e4re, einen Trainingskampf gegen einen echten Gegner zu f\u00fchren &#8211; bei Verletzung oder Tod h\u00e4tte dies zu erheblichen wirtschaftlichen Problemen (Arbeitskraft in der Landwirtschaft) und entsprechenden Racheakten der Familie des Opfers gef\u00fchrt. Es gibt allerdings noch weitere Theorien \u00fcber die Entstehung von Formen, die sich in allen asiatischen Kampfarten und in den unterschiedlichsten kulturellen Kontexten entwickelt haben.<\/p>\n<p>Bei den festgelegten Bewegungsformen unterscheidet man zwischen<\/p>\n<p>* Pumsae (Taegeuk\/ Palge und Yudanja),<br \/>\n* Hyeong (die traditionellen Formen, von Choi Hong-hi zusammengestellt) und<br \/>\n* Teul (von Choi Hong-hi sp\u00e4ter aus den Hyeong weiterentwickelt).<\/p>\n<p><strong>Wettkampf<\/strong><\/p>\n<p><strong \/>Das Taekwondo hat sich von einem koreanischen Volkssport mit der Verbreitung in der Welt, der Austragung von internationalen Wettk\u00e4mpfen und der Aufnahme in das Programm der Olympischen Spiele zu einem modernen Wettkampfsport entwickelt. Nach Angaben der WTF trainieren weltweit \u00fcber 40 Millionen Athleten den dynamischen Vollkontakt-Wettkampfsport, seit der offiziellen olympischen Anerkennung in Sydney 2000 mit steigender Tendenz.<\/p>\n<p>Regelm\u00e4\u00dfig finden auch Milit\u00e4r-Weltmeisterschaften (CISM) im Vollkontakt-Wettkampf (WTF) statt. Die letzte CISM-WM fand im Oktober 2004 in Warendorf statt, bei der die deutsche Mannschaft mehrere Medaillen gewinnen konnte.<\/p>\n<p>Der Wettkampf (Freikampf) findet auf einem abgegrenzten Feld statt und wird von mehreren Schiedsrichtern bewertet, von einem Kampfrichter geleitet. Der Wettkampf geht \u00fcber wenige Minuten (olympisch drei Runden \u00fcber jeweils zwei Minuten mit jeweils einer Minute Pause), in denen die Teilnehmer versuchen m\u00fcssen, mit Taekwondo-Techniken den Gegner zu treffen (Vollkontakt). Je nach getroffener K\u00f6rperstelle und Trefferwirkung werden Punkte vergeben, bei unsportlichem Verhalten k\u00f6nnen auch Strafen, d.h. Punktabz\u00fcge vergeben werden. Die genauen Kampfordnungen unterscheiden sich von Verband zu Verband, k\u00f6nnen aber in der Regel auf den Webseiten der Verb\u00e4nde eingesehen werden (siehe Weblinks, unten). Die olympischen Wettk\u00e4mpfe finden nach den international g\u00fcltigen Wettkampfregeln der WTF statt. Im Vollkontakt tragen die Wettk\u00e4mpfer exakt vorgeschriebene Schutzausr\u00fcstung (Kopfschutz, Schienbein- und Ellbogenschoner, Tiefschutz, Zahnschutz, Brustpanzer).<\/p>\n<p>Als Konsequenz der starken Wettkampforientierung in der olympischen Disziplin werden schwerpunktm\u00e4\u00dfig Techniken und Kombinationen ge\u00fcbt, die im Wettkampf gem\u00e4\u00df der Wettkampfordnung Trefferpunkte bringen. Im Gegensatz dazu besinnen sich die traditionellen Schulen auf ein Taekwondo ohne Wettkampfdruck und \u00fcben demzufolge das gesamte Technikspektrum. Dennoch finden auch hier Freik\u00e4mpfe (meist Leicht- bzw. Semikontakt) statt. Hier stehen allerdings statt der Trefferwirkung eher die korrekte und \u00e4sthetische Ausf\u00fchrung der Technik(en) im Vordergrund.<\/p>\n<p>Neben dem Freikampf werden auch Formenturniere ausgetragen, diese Wettkampfdisziplin ist allerdings nicht olympisch.<\/p>\n<p><strong>Taekwondo in Deutschland<\/strong><\/p>\n<p><strong>Kurze Historie<\/strong><\/p>\n<p>Taekwondo wurde ab 1965 durch die Gro\u00dfmeister Choi Hong-hi und Kwon, Jae-Hwa auch im deutschsprachigen Raum verbreitet (diese Arbeit wurde sp\u00e4ter von vielen anderen koreanischen Gro\u00dfmeistern unterst\u00fctzt und fortgesetzt, die zum Teil heute noch in Deutschland ans\u00e4ssig sind). Hervorzuheben ist der langj\u00e4hrige DTU-Bundestrainer Park Soo-Nam aus Stuttgart, unter dessen Regie Deutschland ununterbrochen in Folge (1976, 1978, 1980, 1982, 1984) Europameister wurde und zahlreiche Medaillen auf Weltebene hervorgebracht hat. Unter anderem errang das deutsche Team 2 x Gold, 1979 durch Rainer M\u00fcller und 1982 durch Dr. Dirk Jung, sowie 2 x Bronze in Korea bei den ersten olympischen TKD-Wettk\u00e4mpfen 1988 in Seoul durch Markus Woznicki (Europameister 1988) und Michael Arndt (Weltmeister 1987).<\/p>\n<p>Die ersten deutschen Meisterschaften fanden bereits 1967 in M\u00fcnchen statt. Die ersten WM-Teilnehmer Deutschlands gewannen in Korea 1973 Silber durch Armando Chavero und Bronze durch Georg Karrenberg (beide Leichtgewicht). Ebenfalls in Korea errangen 1975 jeweils eine Silbermedaille Prof. Dr. Wolfgang Dahmen (Federgewicht) und Meinolf L\u00fcttecken (Schwergewicht), sowie Bronze f\u00fcr Hubert Leuchter (Bantamgewicht).<\/p>\n<p>Erster Bundestrainer der Sektion Taekwondo im deutschen Judo-Bund (DJB) wurde 1972 Kwon Jae-hwa.<\/p>\n<p><strong>Die Deutsche Taekwondo Union e.V.<\/strong><\/p>\n<p>Die Deutsche Taekwondo Union (DTU) wurde 1981 gegr\u00fcndet und ging aus der Sektion Taekwondo des DJB hervor. Die DTU ist Mitglied in der European Taekwondo Union (ETU) sowie des Weltdachverbandes WTF. Damit ist die DTU vom NOK und vom DSB als einziger offizieller Verband anerkannt und berechtigt Sportler zu den Olympischen Spielen zu entsenden. Heute trainieren \u00fcber 58.000 Aktive in der DTU, welche in ca. 850 Vereinen den Sport aus\u00fcben.<\/p>\n<p><strong>Weitere Taekwondo-Verb\u00e4nde<\/strong><\/p>\n<p>Die ITF-D mit Sitz in K\u00f6ln ist einer von drei deutschen Nationalverb\u00e4nde der ITF und ist deren europ\u00e4ischem Verband und dem Weltverband angeschlossen. Pr\u00e4sident ist seit \u00fcber 15 Jahren Paul Weiler (7. Dan). Ein weiterer deutscher ITF-Verband ist die Taekwon-Do Federation Germany (TFG) mit Hauptsitz in Stuttgart, unter der Pr\u00e4sidentschaft von Dr. Bj\u00f6rn Wolle (4. Dan) und dem Vizepr\u00e4sidenten Stefanos Gaidartzakis (8. Dan). Die NAG mit Sitz in Bochum ist ein weiterer deutscher ITF-Verband und wird von Tarcisio Martella (6. Dan) geleitet.<\/p>\n<p><strong>Olympischer Taekwondo-Wettkampf<\/strong><\/p>\n<p>Seit 2003 findet in Deutschland innerhalb der DTU die Taekwondo-Bundesliga statt, die im Freikampf (olympische Disziplin) den deutschen Taekwondo-Mannschaftsmeister ermittelt und den Sport publikumswirksam einem breiteren Zuschauerkreis auf regionaler Ebene n\u00e4her bringt. Bei den Olympischen Spielen 2000 in Sydney gewann Deutschland erstmalig eine Silbermedaille durch Faissal Ebnoutalib (Herren -80 kg). Der Sportsoldat und dreifache Weltmeister (2x CISM und WM 1995) Aziz Acharki belegte den 6. Platz (Herren -68 kg), und Fadime Helvacioglu (Damen &#8211; 49 kg) schied bei den Frauen in den Vork\u00e4mpfen vorzeitig aus.<\/p>\n<p>2003 fand die WTF-Weltmeisterschaft in Garmisch-Partenkirchen statt. Etwa 1000 Teilnehmer aus \u00fcber 100 L\u00e4ndern nahmen daran teil. Deutschland errang insgesamt drei Medaillen: Silber f\u00fcr Mohamed Ebnoutalib, Bronze jeweils f\u00fcr Thucuc Pham und CISM (Milit\u00e4r-WM) Goldmedaillengewinner Erdal Aylanc. Nach der WM 1979 in Sindelfingen konnte nach 24 Jahren erneut eine Taekwondo-WM in Deutschland ausgetragen werden.<\/p>\n<p>Europameisterschaften werden seit 1976 (Barcelona) ausgetragen und finden i. d. R. alle zwei Jahre, abwechselnd zu den WTF-Weltmeisterschaften, statt. Nach 1978 (M\u00fcnchen) und 1984 (Stuttgart) wurde 2006 in Bonn erneut eine EURO in Deutschland ausgetragen.<\/p>\n<p><strong>Bekleidung<\/strong><\/p>\n<p>Der Kampfanzug (Dobok) ist ein Anzug aus leichtem, wei\u00dfgebleichtem Leinen, der aus Jacke, Hose und G\u00fcrtel (Ty) besteht. Er ist strapazierf\u00e4hig, l\u00e4sst alle Bewegungen zu, und man kann bei bestimmten Techniken auch mal fest daran zupacken, ohne dass der Anzug rei\u00dft. Zur Grundbekleidung kommen ggf. noch Schutzausr\u00fcstungen f\u00fcr den Wettkampf hinzu (siehe oben). Jegliche Form von Schmuck (Ringe, Hals-\/Fu\u00dfkettchen, Armb\u00e4nder\/Uhren und gro\u00dfe Ohrringe) muss wegen der Verletzungsgefahr vor dem Training abgelegt werden.<\/p>\n<p>Die F\u00fc\u00dfe bleiben unbekleidet. Ausnahmen gibt es f\u00fcr Sportler mit Fu\u00dfverletzungen oder \u00e4hnlichem, bei Bedarf sollte man den Lehrer fragen. Spezielle Taekwondo-Schuhe gibt es zwar, doch sollten diese nur zu speziellen Anl\u00e4ssen (Vorf\u00fchrungen oder Training im Freien) getragen werden.<\/p>\n<p>Im Taekwondo hat der wei\u00dfe Dobok sowie der wei\u00dfe G\u00fcrtel auch symbolischen Charakter. Die Farbe Wei\u00df ist rein und kann noch leicht alle anderen Farben annehmen. Sie ist wie ein noch unbeschriebenes Blatt, v\u00f6llig leer. Ein Sch\u00fcler im wei\u00dfen Dobok ist vergleichbar mit einem noch leeren Glas, in das langsam neues Wissen der Meister eingegossen wird. Der Sch\u00fcler sollte dieses Wissen und K\u00f6nnen &#8222;aufsaugen&#8220;, verarbeiten, um es dann erfolgreich in die Tat umzusetzen. Unabh\u00e4ngig von dieser Bedeutung entstand der wei\u00dfe Trainingsanzug wohl ganz pragmatisch aus der Tatsache, dass Farbstoffe fr\u00fcher sehr teuer waren. Der Farbe der G\u00fcrtel liegt ebenfalls eine Symbolik zugrunde.<\/p>\n<p>* Der wei\u00dfe G\u00fcrtel wird von Anf\u00e4ngern getragen, die noch unwissend sind und dem Taekwondo offen und wissbegierig gegen\u00fcberstehen.<br \/>\n* Der gelbe G\u00fcrtel steht f\u00fcr fruchtbaren Erdboden, auf dem Wissen und K\u00f6nnen gedeihen sollen.<br \/>\n* Der gr\u00fcne G\u00fcrtel symbolisiert die ersten Spr\u00f6sslinge und Fr\u00fcchte, Zeichen daf\u00fcr, dass sich die Trainingsanstrengungen gelohnt haben und etwas im Sch\u00fcler heranreift.<br \/>\n* Der blaue G\u00fcrtel steht f\u00fcr den Himmel und somit sinnbildlich f\u00fcr eine Grenze. Der Sch\u00fcler muss nun zeigen, dass er in der Lage ist, H\u00f6heres anzustreben und auch zu erreichen.<br \/>\n* Der rote G\u00fcrtel repr\u00e4sentiert eine Signalfarbe, eine Warnfarbe. Der Sch\u00fcler steht kurz davor, Meister zu werden, und wird angehalten, sich noch intensiver und ausdauernder mit dem Taekwondo zu besch\u00e4ftigen. Einige Schulen verwenden den braunen G\u00fcrtel an Stelle des roten G\u00fcrtels. Braun symbolisiert die Borke des Baumstammes, was bedeutet, dass die Techniken sich bereits gefestigt haben und der Sch\u00fcler kurz davor steht, Meister zu werden.<br \/>\n* Schwarz und auch der &#8222;Schwarze G\u00fcrtel&#8220; ist die Farbe der Meister und nur diesen vorbehalten. Schwarz vereinigt alle anderen Farben in sich und ist somit die st\u00e4rkste aller Farben. Schwarz soll auch die Autorit\u00e4t, das Wissen und die Erfahrung der Meister symbolisieren. Daher d\u00fcrfen auch nur Dan-Tr\u00e4ger Doboks mit einem schwarzen Revers tragen, so wie generell alle Verzierungen am Trainingsanzug in Schwarz nur den Meistern zustehen.<\/p>\n<p><strong>Jacke und Hose<\/strong><\/p>\n<p>Die Jacke soll das Ges\u00e4\u00df bedecken, ihre \u00c4rmel reichen mindestens \u00fcber den halben Unterarm, h\u00f6chstens bis zu den Handgelenken. Schwarzer Rand und schwarzes Revers sind nur f\u00fcr Dantr\u00e4ger zul\u00e4ssig. W\u00e4hrend der Dobok im traditionellen Taekwon-Do \u00e4hnlich wie im Judo und Karate um den K\u00f6rper &#8222;gewickelt&#8220; wird, ist sie in den wettkampforientierten Varianten auf der Vorderseite geschlossen.<\/p>\n<p>Die Hose ist so gearbeitet, dass ein seitlicher Spagat m\u00f6glich ist. Sie reicht mindestens bis zur halben Wade.<\/p>\n<p>An Jacke und\/oder Hose k\u00f6nnen auch Verbandsabzeichen und Aufdrucke angebracht werden; das regeln die Bekleidungsordnungen der jeweiligen Verb\u00e4nde und Schulen.<\/p>\n<p>F\u00fcr die erste Schnupperstunde reicht normale Sportbekleidung, sie sollte aber strapazierf\u00e4hig sein und hohe Beinschw\u00fcnge zulassen. Wenn man ernsthaft trainieren will, sollte man sich einen Dobok anschaffen.<\/p>\n<p><strong>G\u00fcrtel und Graduierungssystem<\/strong><\/p>\n<p>Erw\u00e4hnt werden soll hier als Erstes, dass die Erkennung des Ranges nicht der Hauptgrund ist, dass beim Taekwondo G\u00fcrtel getragen werden. Viel wichtiger ist, dass 3 Fingerbreiten unter dem Bauchnabel das oft in der asiatischen Philosophie genannte Zentrum liegt, dass f\u00fcr die Entstehung der Lebenskraft (Chi) verantwortlich ist.<\/p>\n<p>An der richtigen Stelle und mit richtigem Druck gebunden erm\u00f6glicht es der G\u00fcrtel, nahezu den gesamten K\u00f6rper blitzartig anzuspannen, um zum Beispiel einen Tritt gezielt auszuf\u00fchren oder um einen Treffer \u201eeinzustecken\u201c. Dieses Ph\u00e4nomen kann man auch bei Gewichthebern beobachten, die den Kraftg\u00fcrtel nicht am Bauch tragen, sondern drei Fingerbreiten unter dem Bauchnabel.<\/p>\n<p>Die Graduierungs- beziehungsweise G\u00fcrtelsysteme der Kampfsportarten sind erst im 19. Jahrhundert entstanden und wurden erstmals vom Jigoro Kano dem Begr\u00fcnder des Judo eingef\u00fchrt. Aber auch schon in historischen Zeiten zeigten unterschiedliche Kleider- und G\u00fcrtelfarben verschiedene R\u00e4nge in der h\u00f6fischen Hierarchie an (sowohl in Asien als auch in Europa).<\/p>\n<p>Zu Beginn des modernen Taekwondo gab es nur vier G\u00fcrtelfarben: wei\u00df, blau, rot und schwarz, die Farben der Koreanischen Flagge. Diese wurden mittlerweile erg\u00e4nzt durch gelb, gr\u00fcn und braun. Das moderne Graduierungssystem dient vor allem dazu, den Trainings- und Wissensstand zu repr\u00e4sentieren. Die Aufstellung beim Taekwondo-Training wird aus praktischen Gr\u00fcnden im Block nach G\u00fcrtelfarben geordnet vorgenommen: rechts vorne steht der h\u00f6chstgraduierte, links hinten der niedrigste Grad.<\/p>\n<p>Die G\u00fcrtelgrade sind unterteilt in Sch\u00fclerklasse (Kup, Z\u00e4hlung abw\u00e4rts) und Meisterklasse (Dan bzw Pum (WTF; nur 1.-3.) bei unter 15-J\u00e4hrigen, Z\u00e4hlung aufw\u00e4rts).<br \/>\nZwei Tr\u00e4ger eines Schwarzg\u00fcrtels bei einer Demonstration<br \/>\nZwei Tr\u00e4ger eines Schwarzg\u00fcrtels bei einer Demonstration<br \/>\nBezeichnung                 G\u00fcrtelfarbe<br \/>\n10. Kup                 wei\u00df (Neueinsteiger)<br \/>\n9. Kup                 wei\u00df oder wei\u00df-gelb<br \/>\n8. Kup                 gelb<br \/>\n7. Kup                 gelb oder gelb-gr\u00fcn<br \/>\n6. Kup                 gr\u00fcn<br \/>\n5. Kup                 gr\u00fcn oder gr\u00fcn-blau<br \/>\n4. Kup                 blau<br \/>\n3. Kup                 blau oder blau-rot beziehungsweise blau-braun<br \/>\n2. Kup                 rot bzw. braun<br \/>\n1. Kup                 rot bzw. braun oder rot-schwarz \/ braun-schwarz<br \/>\n1. bis 9. Dan                 schwarz (bei Kindern 1. bis 4. Pum, rot-schwarz l\u00e4ngsgestreift)<br \/>\n10. Dan                 schwarz (wird vom Kukkiwon ehrenhalber verliehen, zur Zeit gibt es 5 Tr\u00e4ger des 10. Dan WTF)<\/p>\n<p>G\u00fcrtelpr\u00fcfungen finden meist nach festgelegten Schemata (Pr\u00fcfungsordnung) statt und werden von Meistergraden abgenommen. Sie beinhalten Theoriewissen, Formenlauf und Demonstration von Techniken (abgesprochener Kampf, Freikampf, Bruchtests).<\/p>\n<p><strong>Verhalten als Taekwondo-Sportler<\/strong><\/p>\n<p>Taekwondo hat gewaltiges Potenzial, mit einer kleinen Unaufmerksamkeit kann man sich und andere verletzen. Der Lehrer ist f\u00fcr den geordneten Ablauf der \u00dcbungsstunde verantwortlich. Er kann aber nicht f\u00fcr lauter Einzelpersonen sorgen, die sich nicht an die Regeln halten. Deshalb m\u00fcssen den Anweisungen des Lehrers unbedingt Folge geleistet werden, dazu geh\u00f6rt auch, dass man dem Lehrer seine volle Aufmerksamkeit schenkt.<\/p>\n<p><strong>Regeln<\/strong><\/p>\n<p>Je nach Stilrichtung, Schule oder Gro\u00dfmeister gibt es unterschiedlich strikte, strenge oder verbindliche Anspr\u00fcche und Anforderungen an das Benehmen oder das Verhalten der Taekwondoins w\u00e4hrend einer Trainingseinheit. Je traditioneller Taekwondo ausge\u00fcbt wird, desto strenger sind diese Regeln gefasst und desto genauer wird auch auf ihre Einhaltung geachtet. Einige Regeln gelten jedoch grunds\u00e4tzlich f\u00fcr das Taekwondo und werden nachfolgend aufgelistet:<\/p>\n<p>* Zum Training erscheint man p\u00fcnktlich und in sauberer Sportkleidung (Dobok). H\u00e4nde und F\u00fc\u00dfe sind gewaschen, Finger- und Fu\u00dfn\u00e4gel sind kurz gehalten, um Verletzungen vorzubeugen.<br \/>\n* W\u00e4hrend einer Trainingseinheit darf nicht getrunken oder gegessen werden. Kaugummi kauen oder eine Rauchpause sind ebenfalls nicht gestattet. Die gesamte Aufmerksamkeit soll dem Lehrer beziehungsweise dem \u00dcbungspartner gewidmet sein.<br \/>\n* W\u00e4hrend einer Trainingseinheit sollte der Trainingsbereich m\u00f6glichst nicht verlassen werden. Auf die Toilette sollte man vor Beginn des Trainings gehen. In dringenden F\u00e4llen meldet man sich beim Lehrer ab, doch sollte bedacht werden, dass jede Unterbrechung den Unterricht insgesamt st\u00f6rt, den eigenen K\u00f6rper wieder ausk\u00fchlen l\u00e4sst und somit Verletzungsgefahr birgt. Au\u00dferdem k\u00f6nnen so Dreck, Steinchen oder Splitter aus dem Gangbereich auf die Trainingsfl\u00e4che gebracht werden, was ebenfalls zu Problemen f\u00fchren kann, da viele barfu\u00df trainieren.<br \/>\n* Bevor das Training beginnt, stellen sich die Sch\u00fcler vor dem Meister in einer fest vorgegebenen Reihenfolge gem\u00e4\u00df ihrer Graduierung auf. Der h\u00f6chste Grad steht dabei immer vorne rechts.<br \/>\n* Das Training beginnt, wenn der Lehrer den Befehl zur Aufstellung gibt. \u00dcblicherweise wird der Trainer vom ersten Sch\u00fcler (vorne rechts) auf koreanisch gegr\u00fc\u00dft, dann verbeugt sich die Gruppe zum Lehrer und der Lehrer zur Gruppe hin. Einige Schulen legen Wert darauf, dass beim Begr\u00fc\u00dfungszeremoniell zus\u00e4tzlich die Fahne Koreas gegr\u00fc\u00dft wird.<br \/>\n* Beim Training darf nicht geschwatzt oder laut gelacht werden. Die Kommandos des Lehrers m\u00fcssen jederzeit verstanden werden k\u00f6nnen und m\u00fcssen auch befolgt werden.<br \/>\n* Nur der Lehrer oder hohe Graduierungen d\u00fcrfen anderen Sch\u00fclern Techniken beibringen oder die Sch\u00fcler korrigieren. Damit wird sichergestellt, dass die Techniken richtig gelernt werden und sich keine Unsauberkeiten einschleichen. Dies gilt besonders f\u00fcr den Formenlauf, da sich sonst schnell falsche Bewegungsabl\u00e4ufe verbreiten k\u00f6nnen.<br \/>\n* Angriffe gegeneinander, Bruchtests, \u00dcbungen mit Waffen (z. B. bei Selbstverteidigung) oder andere schwierige \u00dcbungen d\u00fcrfen nur nach ausdr\u00fccklicher Genehmigung des Lehrers unter dessen Beobachtung durchgef\u00fchrt werden. Ansonsten ist die Verletzungsgefahr zu gro\u00df.<br \/>\n* Befiehlt der Lehrer \u00dcbungsabbruch (Kommando Geuman oder Baro oder Gallyeo), m\u00fcssen alle \u00dcbungen sofort beendet werden.<\/p>\n<p><strong>Zeremoniell und Respekt<\/strong><\/p>\n<p>Respekt und Formwahrung ist gerade in Asien selbstverst\u00e4ndlicher Inhalt des t\u00e4glichen Lebens. So auch beim Taekwondo.<\/p>\n<p>Ein hervorstechendes Merkmal dieses Zeremoniells ist das Verneigen: Mit der Verneigung wird nicht nur Respekt vor dem Lehrer und dem \u00dcbungspartner ausgedr\u00fcckt, sie dient vor allem der Sammlung und Konzentration. Sie sollte bewusst geschehen, denn sie zeigt an, dass man sich auf die bevorstehende Aufgabe konzentriert. Konzentration ist ein wesentliches Element im Taekwondo, sie erm\u00f6glicht komplexe Bewegungsabl\u00e4ufe und stellt sicher, dass der Partner nicht versehentlich verletzt wird.<\/p>\n<p>Mit dem Gru\u00df best\u00e4tigt man, dass man die Alltagssorgen abstreift, sich auf die bevorstehende \u00dcbung konzentriert. Es signalisiert dem Partner, dass man ihn als Person respektiert und darauf achten wird, fair und ohne Gefahr mit ihm zu \u00fcben.<\/p>\n<p>&#8222;Der Edle verneigt sich, aber beugt sich nicht.&#8220; (Konfuzius)<\/p>\n<p>Man verneigt sich in der Regel<\/p>\n<p>* beim Betreten und Verlassen des \u00dcbungsraums: Damit \u00fcbertritt man ganz bewusst auch geistig die Schwelle vom Alltag zum Training und umgekehrt. Wenn Landesfahnen aufgeh\u00e4ngt sind (z. B. bei Pr\u00fcfungen die koreanische neben der nationalen) begr\u00fc\u00dft man auch die Fahnen, um dem Ursprungs- und Gastgeberland Respekt zu zeigen.<br \/>\n* zu Beginn und Ende der \u00dcbungsstunde: Sch\u00fcler und Lehrer bekunden gegenseitigen Respekt und versichern sich ihrer Konzentration auf die \u00dcbungen.<br \/>\n* vor und nach Partner\u00fcbungen: Damit signalisieren sich die Partner, dass sie alle Aufmerksamkeit in die Aus\u00fcbung der Technik legen, so dass der Partner nicht gef\u00e4hrdet wird.<br \/>\n* vor und nach einem Bruchtest: Taekwondo ist zur Verteidigung gedacht und nicht zum Zerst\u00f6ren. Da beim Bruchtest etwas zerst\u00f6rt werden soll (zum Beispiel ein Holzbrett), fragt der \u00dcbende mit der Verneigung gegen\u00fcber dem Lehrer oder Pr\u00fcfer um Erlaubnis nach, ausnahmsweise etwas zerst\u00f6ren zu d\u00fcrfen.<\/p>\n<p>Die Verneigung wird meist mit dem Kommando Cha-ryeot (Achtung!) vorbereitet. Die F\u00fc\u00dfe sind nebeneinander im Moa Seogi, F\u00e4uste am gestreckten Arm leicht neben dem K\u00f6rper, Gegen\u00fcber ansehen. In einer erneuerten Fassung der Geste, die vom WTF abgesegnet wurde, werden die H\u00e4nden auf die H\u00fcfte gelegt und h\u00e4ngen nicht mehr seitlich am K\u00f6rper. Es steht den Schulen aber frei zu w\u00e4hlen, welche Verbeugungstechnik sie von ihren Sch\u00fclern erwarten. Mit dem Kommando Gyeong-nye (gr\u00fc\u00dfen, verneigen) wird die Geste eingeleitet. Der Oberk\u00f6rper beugt sich 45\u00b0 vor, Arme mit den F\u00e4usten werden leicht angewinkelt. Auch hier greift die neue Fassung, die H\u00e4nde bleiben auf der H\u00fcfte, w\u00e4hrend sich der K\u00f6rper beugt. Eine Faust ist in diesem Fall nicht mehr angebracht.<\/p>\n<p><strong>&#8222;Fremdartiges Zeremoniell&#8220; oder &#8222;Sportliche Etikette&#8220;?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Kulturelle Einblicke eines Gro\u00dfmeisters<\/strong><\/p>\n<p>Gro\u00dfmeister Song Chae-Yong berichtete in einem Interview 1987 \u00fcber seine Anf\u00e4nge als Taekwondo-Lehrer in M\u00fcnchen und die Unterschiede der Kulturen (aus &#8222;Taekwon-Do im Westen&#8220;, M\u00f6nchseulen-Verlag, 1989):<\/p>\n<p>[&#8230;]<br \/>\nSo habe ich Taekwon-Do an der Volkshochschule gemacht, im Herbst 1972. Damals habe ich viele Fehler gemacht. Ich wollte original Taekwon-Do zeigen und habe ein hartes Training gemacht. Die Leute konnten das aber nicht durchstehen. Ich wollte Taekwon-Do so weitergeben, wie ich es von meinem Lehrer gelernt hatte, auf die gleiche Art, aber die Leute konnten das nicht vertragen und sind immer wieder weggegangen. Daraufhin habe ich das Training milder gemacht.<br \/>\n[&#8230;]<br \/>\nBei uns ist das etwas anderes gewesen. Disziplin ist sehr hart in Korea und besonders ein Judo- oder Taekwon-Do-Trainer gilt als Respektsperson. Man sagt Sahbum-Nim zu einem Meister in den Budo-Sportarten. Wenn also ein Sahbum-Nim das Training leitet, das ist dann vollkommen akzeptiert, was der macht, niemand kann etwas dagegen sagen. Ich habe mich das hier nicht getraut. In Korea ist Sahbum-Nim ein Begriff, aber nicht in Europa, hier denken die Leute: Ach, das ist ja nur ein Trainer! Damals haben wir in Korea streng mit Meditation das Training angefangen, aber ich habe bef\u00fcrchtet, dass die Leute hier das nicht wissen, dass sie es komisch finden, einfach so zu sitzen, mit geschlossenen Augen. In Korea durfte man im \u00dcbungsraum, im Dojang, nicht sprechen, man durfte nicht einmal die Z\u00e4hne zeigen. Man achtete sogar darauf, nicht auf den Schatten des Lehrers zu treten. Ein Lehrer ist f\u00fcr uns eine absolute Respektsperson. Als ich hier in M\u00fcnchen an einem Gymnasium ein Praktikum machte f\u00fcr mein Diplom als Deutschlehrer, da war ich \u00fcberrascht von der Atmosph\u00e4re des Unterrichts. Das kannte ich nicht. Das waren Sch\u00fcler der 9. Klasse und die waren nat\u00fcrlich sehr frech. Am Schluss der Stunde packten sie einfach ihre Sachen und rannten weg, ohne zu gr\u00fc\u00dfen. So etwas gibt es in Korea nicht.<br \/>\n[&#8230;]<br \/>\nEin Lehrer ist grunds\u00e4tzlich eine Respektsperson, also auch ein Sahbum-Nim. Vielleicht hat man aber auch Angst vor ihm, denn er ist ein Do-in, also nicht nur ein charakterlich, sondern auch ein k\u00f6rperlich geschulter Mann. Man f\u00fcrchtet ihn also auch ein wenig. F\u00fcr Japaner, Koreaner, Chinesen ist ein Sahbum-Nim ein Begriff, den die sofort verstehen. &#8230;.. Was er sagt, das haben wir ohne Kritik angenommen. Wir h\u00e4tten nie gewagt &#8222;Warum?&#8220; zu sagen.<\/p>\n<p><strong>Zeremoniell im &#8222;Westen&#8220;<\/strong><\/p>\n<p>Gerade asiatische Kampfsportarten gelten meist als Inbegriff des Zeremoniellen. Viele Europ\u00e4er oder &#8222;normale&#8220; Sportler machen sich dar\u00fcber lustig oder finden es unangenehm, sehen vielleicht sogar religi\u00f6se oder sektiererische Hintergr\u00fcnde.<\/p>\n<p>Neben den praktischen Aspekten (z. B. Verneigung als Signal, sich auf den Partner zu konzentrieren und ihm keine Verletzungen zuzuf\u00fcgen) gibt es aber auch eine andere interessante Sichtweise: So unbekannt, wie man in Europa immer annimmt, sind H\u00f6flichkeitsregeln n\u00e4mlich gar nicht, wie Beispiele aus typisch europ\u00e4ischen Sportarten zeigen:<\/p>\n<p>* Beim Reitsport ist das formale Gr\u00fc\u00dfen des Schiedsgerichts durch den Reiter streng vorgeschrieben und f\u00fchrt bei Nichtbeachtung zur Disqualifikation.<br \/>\n* Bei typisch europ\u00e4ischen Schwertsportarten (zum Beispiel Fechten) wird ebenfalls formal gegr\u00fc\u00dft, mit genau festgelegten Abl\u00e4ufen (zum Beispiel das F\u00fchren des Floretts zum Gesichtsschutz).<\/p>\n<p>Der Hang zu mystischen Interpretationen und Bedeutungen mag im asiatischen Kulturraum sehr ausgepr\u00e4gt sein, jedoch sind auch asiatische Beobachter beeindruckt von der Hingabe (inklusive dem Sammeln von symbolischen Gegenst\u00e4nden und Zeichen) der europ\u00e4ischen Fu\u00dfballfans.<\/p>\n<p><strong>Einschr\u00e4nkungen<\/strong><\/p>\n<p>* Die hohen Beintechniken des Taekwondo k\u00f6nnen langfristig bei falscher oder zu kurzer Aufw\u00e4rmphase und bei falscher Ausf\u00fchrung zu H\u00fcft- oder Muskelsch\u00e4den (Zerrungen, Muskelfaserrisse und Vernarbung des Muskelgewebes) f\u00fchren, da schnelle Dehnungen unter Anwendung von Schnellkraft ausgef\u00fchrt werden. Grunds\u00e4tzlich ist Taekwondo jedoch eine sehr gesunde Sportart, insbesondere f\u00fcr die H\u00fcfte. Eventuelle k\u00f6rperliche Beschwerden sollten vor Trainingsbeginn unbedingt mit dem Trainer gekl\u00e4rt werden.<br \/>\n* Abh\u00e4rten von Haut und Knochen durch entsprechende Ma\u00dfnahmen (Schlagtraining usw.) k\u00f6nnen auf Dauer schaden, sind jedoch beim Taekwondo weniger \u00fcblich.<br \/>\n* So genannte Schnapptritte k\u00f6nnen zu Verschlei\u00dferscheinungen der Gelenke (Knie) und Arthrose f\u00fchren, wenn sie im Training &#8222;voll durchgezogen&#8220; werden, da sich die gesamte Kraft im Gelenk entl\u00e4dt. Das gleiche gilt f\u00fcr gerade Schl\u00e4ge (Ellbogen). Man sollte deshalb darauf achten, Arm und Bein nicht mit ganzer Kraft ganz durchzustrecken, sondern beim Training leicht angewinkelt zu lassen.<br \/>\n* Manche Wettkampftechniken, die mit blo\u00dfem Fu\u00df getreten werden, w\u00fcrden in einem Ernstfall mit hoher Wahrscheinlichkeit zum Bruch des Fu\u00dfgelenkes oder der Zehen f\u00fchren, wenn sie nicht sinngem\u00e4\u00df oder sogar falsch ausgef\u00fchrt werden. Das gilt nat\u00fcrlich genau so f\u00fcr jede andere Kampfkunst.<br \/>\n* Ein Teil der Techniken ist im Selbstverteidigungsfall f\u00fcr den Anwender risikoreich, da diese Techniken nur aus der durch Regeln gesch\u00fctzten, aber eingeschr\u00e4nkten Wettkampfsituation ihren Nutzen ziehen. Ein auf sportlich-fairen Wettkampf trainierter Taekwondo-Sportler hat ein eingeschr\u00e4nktes Spektrum von erwarteten Angriffsbewegungen, -kombinationen und Verteidigungen eintrainiert (Engrambildung automatisierter komplexer Bewegungsmuster). Er ist gegen\u00fcber skrupellosen und kompromisslos davon abweichenden Angriffen eher hilflos, sofern er nicht ebenso derartige Erwartungs- und Bewegungsmuster ausbildet, was f\u00fcr ihn im Wettkampf wiederum eher hinderlich sein kann. Die trifft jedoch nicht beim traditionelle Taekwondo zu, da hier der Schwerpunkt nicht auf den Wettkampf sondern auf die Verinnerlichung der Kampfkunst gelegt wird.<br \/>\n* Im Ernstfall (Selbstverteidigung) sollte bei der Anwendung einer Beintechnik der erste Tritt sitzen und den Gegner kampfunf\u00e4hig machen, denn Tritte sind, wenn sie nicht korrekt ausgef\u00fchrt werden, durch den l\u00e4ngeren Weg langsamer als Armtechniken und \u00f6ffnen, wenn falsch ausgef\u00fchrt, die eigene Deckung. Andererseits sind diese, falls gut trainiert, nat\u00fcrlich weitaus wirkungsvoller und effektiver (mehr kinetische Energie, l\u00e4ngere Kampfdistanz, \u00dcberraschungseffekt). Ge\u00fcbte Taekwondo-Sportler k\u00f6nnen mit sehr schnellen und auch anget\u00e4uschten Kicks einen Gegner auch kampfunf\u00e4hig machen, falls der erste Kick nicht die gew\u00fcnschte Wirkung erzielte.<\/p>\n<p align=\"right\">Quelle: wikipedia.de<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Taekwondo Taekwondo (auch Tae-Kwon-Do oder Taekwon-Do) ist ein koreanischer Kampfsport und steht f\u00fcr Fu\u00df (Tae), Faust (Kwon) und Weg (Do, hier ist der Weg des Geistes gemeint). Obwohl Taekwondo f\u00fcr den laienhaften Betrachter gro\u00dfe \u00c4hnlichkeiten mit anderen asiatischen Kampfsportarten aufweist, unterscheidet es sich doch in einigen wesentlichen Punkten von diesen. 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